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„Die Rheinpfalz“ berichtete am 19.2.2020

9285 Mittagessen ausgegeben

Spenden für Neustadter Tagesbegegnungsstätte Lichtblick so hoch wie nie

Von Annegret Ries

 

18 Mitarbeiter sind in der Neustadter Tagesbegegnungsstätte Lichtblick beschäftigt. Dazu kamen im vergangenen Jahr etwa 30 Besucher, die in der Einrichtung dauerhaft oder zeitweise einen Job hatten. Das geht aus dem Rückblick hervor, den die Verantwortlichen der Einrichtung und der Träger, das protestantische Dekanat, nun vorgelegt haben.

Als die Tagesbegegnungsstätte vor 24 Jahren gegründet wurde, wurde sie ausschließlich ehrenamtlich betrieben. Der Leiter der Einrichtung, Hans Eber-Huber, ist stolz darauf, dass der Lichtblick inzwischen zahlreiche Arbeitsplätze bietet. Das zeige, dass man sich etabliert und das Angebot deutlich ausgebaut habe.

Wichtig ist für Eber-Huber vor allem aber, dass viele ehemalige oder jetzige Besucher in die Arbeit des Lichtblicks eingebunden sind. Sie haben Stellen, die Eurojobbern vorbehalten sind oder für die es lediglich eine Ehrenamtspauschale gibt, auch in Mini- und Midijobs sind sie teilweise tätig. Diese Menschen seien den Anforderungen auf dem regulären Arbeitsmarkt nicht gewachsen, meint Eber-Huber. „Es ist wichtig, dass sie eine sinnvolle Beschäftigung haben.“

Mehr feste Stellen derzeit nicht möglich. Der Leiter des Lichtblicks hat nach wie vor die einzige Vollzeitstelle im Haus. Außerdem gibt es drei Teilzeitstellen, die anderen Mitarbeiter sind als Midi- und Minijobber beschäftigt. „Wir würden gerne mehr Vollzeit- oder Teilzeitstellen anbieten und unsere Mitarbeiter besser bezahlen, als das derzeit der Fall ist. Aber dazu reicht das Geld nicht“, sagt Eber-Huber. Er sei schon froh, dass „wir inzwischen so vielen Menschen eine Chance geben können, bei uns zu arbeiten“.

Die Stelle von Eber-Huber wird von der Stadt Neustadt bezahlt. Sie überweist dem Lichtblick darüber hinaus jährlich einen Zuschuss von 15.000 Euro, der Landkreis Bad Dürkheim steuert 5000 Euro bei. Derzeit wird laut Eber-Huber eine Teilzeitstelle mit 30 Stunden vom Jobcenter finanziert, weil die Mitarbeiterin überwiegend mit der Betreuung der Eurojobber beschäftigt ist.

Kosten in Höhe
von 373 000 EuroAlle sonstigen Personal- und Sachkosten trägt die Tagesbegegnungsstätte. Der Lichtblick hatte im vergangenen Jahr Ausgaben in Höhe von 373.000 Euro. Dank einer seit Jahren zunehmenden Spendenbereitschaft und steigender Einnahmen aus den Projekten sei es möglich gewesen, diese Summe zu stemmen. „Die Verantwortung ist aber auch gewachsen. Wenn wir weniger Spenden bekommen, müssen wir Leute entlassen“, sagt Eber-Huber. Er erinnert daran, dass es Jahre gegeben hat, in denen die Ausgaben höher gewesen seien als die Einnahmen. Umso mehr freut er sich, dass die Spenden zuletzt so hoch waren wie noch nie. „Das zeigt, dass die Bevölkerung den Lichtblick inzwischen akzeptiert“, sagt Eber-Huber. Trotz der hauptamtlichen Mitarbeiter könne der Lichtblick auf die Hilfe der 33 Ehrenamtlichen nicht verzichten.

Huber-Eber hatte auch einige Zahlen zusammengetragen: 398 Besucher seien im vergangenen Jahr insgesamt 13.642 Mal im Lichtblick gewesen. Das sind durchschnittlich 56 Besucher pro Tag. 198 der Menschen waren dabei erstmals in der Einrichtung. 9285 Mittagessen wurden ausgegeben. 211 Männer und Frauen hatten ihre Postadresse im Lichtblick, für 30 Menschen wird ein Treuhandkonto verwaltet. Bei all diesen Zahlen sei ein leichter Rückgang zu verzeichnen, erläutert der Leiter der Einrichtung.

Eber-Huber bedauert, dass das seit Jahren bestehende Angebot eines kostenlosen Haarschnitts für die Besucher nicht mehr möglich ist. Die Friseurin, die viele Jahre ehrenamtlich in der Einrichtung tätig war, habe aus beruflichen Gründen aufhören müssen, ein Friseursalon habe sein Angebot eingestellt. Positiv sei hingegen, dass die Stadt beim Jugend- und beim Sozialamt je eine Stelle für Hilfe bei Wohnungsnot eingerichtet hat. Das ändere jedoch nichts daran, dass es zu wenig Wohnungen gebe.

 

Quelle

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 42

Mit frdl. Genehmigung von Annegret Ries


 "Die Rheinpfalz" berichtete:

 

Stadtleben

 

Einmal die Woche kochen en gros

 

Von Annegret Ries

 

Die 75-jährige Thilde Appel engagiert sich in der Neustadter Tagesbegegnungsstätte Lichtblick seit der Gründung vor 23 Jahren. Sie hat auch schon in der Suppenküche, dem Lichtblick-Vorläufer, geholfen.

 

Die Einrichtung wurde vor allem aus kirchlichen Kreisen initiiert. Auch Appel stieß über „ihre“ Kirchengemeinde St. Joseph hinzu. Solange sie in ihrem Beruf als Krankenschwester gearbeitet hat, sei sie so oft wie möglich dort gewesen, erzählt sie. Seit etwa zehn Jahren kocht Appel einmal pro Woche beim Lichtblick. 40 Essen werden in der Regel zubereitet. „Das ist eine Herausforderung und anders, als für die Familie zu kochen“, sagt Appel. Aber man gewöhne sich an die größeren Mengen. Eine Helferin unterstütze sie. Was gekocht wird, hänge davon ab, was an Lebensmitteln gespendet wurde. Nur wenn diese nicht reichen, werde etwas dazu gekauft.

 

Appel ist montags von 8 bis 12.30 Uhr im Lichtblick. „Wir bräuchten dringend Unterstützung für andere Tage“, sagt sie. Das bestätigt Hans Eber-Huber, Leiter des Lichtblicks. Zwar habe die Küche eine Midi-Jobberin, doch die habe auch andere Aufgaben, sodass sie nicht jeden Tag kochen könne. Besonders bei Ausfällen werde es eng, so Eber-Huber. Auch ein Mann, der kochen kann, sei willkommen, betont er. Zudem werde ein Ehrenamtlicher gesucht, der einen Führerschein hat und sich zutraut, einen Sprinter zu fahren. „Wenn er auch noch mit anpacken kann, wäre das noch besser“, sagt Eber-Huber. Ein- bis zweimal pro Woche soll er die Mitarbeiter des Solipaktes zu den Einsatzorten fahren und etwa beim Tragen von Möbeln helfen. Wer sich engagieren möchte, kann sich unter Telefon 06321/355340 oder per E-Mail an lichtblick_nw@t-online.de melden.

 

Quelle:

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 280

Dienstag, den 3. Dezember 2019

Seite 13


" Die Rheinpfalz" berichtete:

 

Braten für Obdachlose

 

Neustadt/DEIDESHEIM: Menschen unterstützen, die wirklich Hilfe brauchen: Darum geht es beim Obdachlosenessen am Samstag, das im „Lichtblick“ in Neustadt stattfindet. Ausgerichtet wird es von den Familien Beck aus Deidesheim und Weiß aus Wachenheim.

 

Von Tessa Fischer

 

 „Das sind ja auch unsere Leute“, sagt Rüdiger Beck vom Restaurant „Zum Woibauer“ in Deidesheim. Gemeint sind die Obdachlosen, für die er mit seiner Familie am heutigen Samstag kocht. Die Aktion findet in der Neustadter Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“ statt und wird zum dritten Mal von den Becks unterstützt.

 

Von 11.30 bis etwa 15 Uhr gibt es für die Bedürftigen und Obdachlosen im Hof des „Lichtblicks“ ein Mittagessen mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert, dazu weihnachtliche Musik und einen Punschstand von Familie Weiß von der „Weinmanufaktur Pfalzweiße 1998“ aus Wachenheim. Das Fleisch für die 60 bis 80 Leute sponsert die Firma C & C Neustadt, den Rest übernimmt Familie Beck.

 

Vorgekocht wurde mit Hilfe von Familie und Freunden, darunter auch Koch Sascha Veth, am Freitag, erzählt Beck. Und auch Spenden wurden gesammelt, unter anderem Winterschlafsäcke, Decken, Kleidung, auch Kinderkleidung, Kaffeepulver, Milchbeutel und Zuckerpäckchen. Weiteres Material nimmt der „Lichtblick“ gerne entgegen. Auch Geldspenden sind willkommen.

 

Beck hat vom „Lichtblick“ erfahren, kurz nachdem er vor drei Jahren nach Deidesheim gezogen war. Damals entstand die Idee, sich an Weihnachten mit einem Essen dort zu engagieren. Im Winter darauf entschloss die Familie sich, das Vorhaben umzusetzen. Obdachlosigkeit könne viele Gründe haben und jeden treffen, sagt Beck. Schockieren würde ihn, dass immer mehr Kinder unter den Betroffenen seien. Auch denen möchte er helfen. „Niemand ist vor sowas sicher, das geht schneller, als man denkt.“

 

Info:

Die Tagesbegegnungsstätte „Lichtblick“ hat ein Spendenkonto bei der Sparkasse

Rhein-Haardt eingerichtet, Iban: DE86 5465 1240 0005 2888 57.

 

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 290

Samstag, den 14. Dezember 2019


"Die Rheinpfalz" berichtete:

 

In guter Gesellschaft

Dampfnudeln und Kartoffelsuppe: Diesem Angebot konnten am Montag viele Bedürftige nicht widerstehen. Ortsvorsteherin Claudia Albrecht und Stadtverwaltungsmitarbeiter Stefan Jakobi hatten in die Gimmeldinger Meerspinnhalle eingeladen. Dort gab es weit mehr als nur eine warme Mahlzeit.

Von Jennifer Back

 
„Die Suppe mit oder ohne Wurst?“ Eine Frage, die am Montagmittag immer wieder gestellt wird im Foyer der Meerspinnhalle in Gimmeldingen. Hinter der Essensausgabe stehen vier ehemalige Weinkehlchen, schöpfen im Akkord Suppe in die Teller und reichen diese über die Tische. Sie alle sind Chorfreunde von Ortsvorsteherin Claudia Albrecht, die gemeinsam mit Stefan Jakobi, Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, zum Mittagessen eingeladen hat. Eingeladen war nicht irgendwer – es waren Bedürftige aus Neustadt und Umgebung. In vielen sozialen Einrichtungen waren Flyer ausgelegt worden, die auf das Mittagessen hinwiesen. Doch dass sich beim ersten Mal rund 70 Menschen in der Halle tummeln würden – von Kindern bis Senioren –, darüber sind die Organisatoren dann doch überrascht.

„Die Schamschwelle ist sehr hoch. Schließlich möchte sich nicht jeder dazu bekennen, dass er Unterstützung annimmt. Umso schöner ist es, dass so viele gekommen sind“, freut sich Hans Eber-Huber, Leiter der Neustadter Tagesbegegnungsstätte Lichtblick, der jeden Tag mit sozial Schwachen zu tun hat. „Es gibt immer noch eine große Scham, solche Veranstaltungen zu besuchen“, sagt auch eine Besucherin, die über den Lichtblick von dem Mittagessen erfahren hat. „Dabei sitzen wir doch alle im selben Boot“, ist sie überzeugt.

Bedienen lassen statt bedienenMal rauskommen, was anderes sehen und sich bedienen lassen, statt selbst zu bedienen: Vor allem die ehrenamtlichen Helfer des Lichtblicks genießen das reichhaltige Mittagessen. Um 12 Uhr machte die Begegnungsstätte in der Amalienstraße dicht, die Küche blieb kalt.

„Gemeinsam zu essen und Zeit miteinander zu verbringen, lenkt von der eigenen Einsamkeit ab, gerade zu dieser Jahreszeit“, sagt Evi Pfeiffer, die seit rund 22 Jahren beim Lichtblick mit anpackt und davor selbst bedürftig war. „Es hätte mir ja schon gereicht, Essen zu bekommen. Aber dass wir dann auch noch mit Dampfnudeln, Kaffee, Kuchen und Obst am Tisch bedient werden und Klamotten und Lebensmittel angeboten bekommen, das ist großartig“, schwärmt Thomas Lückert, der beim Lichtblick unter anderem Bewerbungshilfe anbietet. „Und die Dampfnudeln sind hervorragend“, betont Daniela Bügler. Sigrid Hackbart, die von Bügler als „Engel des Lichtblicks“ bezeichnet wird und mit ihrer fünfjährigen Enkelin gekommen ist, ist froh, einmal nicht selbst in der Lichtblick-Küche stehen zu müssen. Und doch ist sie in Gedanken schon wieder beim Essen für den heutigen Dienstag, wenn es Saumagen mit Bratkartoffeln gibt.

Ein Landstuhler Busunternehmen hatte die Besucher am Neustadter Hauptbahnhof eingesammelt, ohne etwas für die Fahrt zu verlangen. Die Stadt stellte die Meerspinnhalle kostenfrei zur Verfügung. Darüber hinaus war es Albrecht und Jakobi gelungen, viele weitere Unterstützer zu aktivieren. Zum Beispiel Bürger, die Klamotten, Lebensmittel und Kosmetikartikel spendeten.

Diese türmen sich am Montag auf zwei Tischreihen in der Halle. Was übrig bleibt, wird in einem Transporter zum Lichtblick geschafft. Verschiedene Firmen stellten Suppe, Würstchen und Dampfnudeln. Auch über blaue Schals und Taschentücher auf jedem Sitzplatz dürfen sich die Besucher freuen. Und dann sind da noch viele Helfer, darunter auch zwei Frisörteams, die gerne auf ihren Ruhetag verzichten, um an diesem Mittag die Gäste zu bewirten.

Gesang und KabarettDie Idee zu der Aktion hatte Stefan Jakobi, der schon lange Bedürftige hatte einladen wollen. Bei Albrecht rannte er mit seinem Anliegen offene Türen ein, denn ihr ging es nach eigenen Worten genauso. „Weihnachten macht viel mehr Spaß, wenn man teilt“, so Albrecht.

Für Unterhaltung sorgt der Gimmeldinger Gesangverein, der Weihnachtslieder zum Besten gibt. Bei „O du Fröhliche“ singt das Publikum fleißig mit, die weniger Textsicheren greifen zum Spickzettel auf den Tischen. Die Weinkehlchen aus dem Helferteam stimmen spontan „Maria durch ein Dornwald ging“ an. Schauspieler Tim Poschmann vom Boulevardtheater Deidesheim berichtet in einem Auszug aus seinem aktuellen Bühnenprogramm über seine Erfahrungen als frischgebackener Single. „Das hat er ohne Gage gemacht“, berichtet Jakobi. „Im Gegenzug helfen Claudia Albrecht und ich nächstes Jahr bei einem Thekendienst im Boulevardtheater.“

Am Ende sind die Organisatoren glücklich, dass so viele Leute das Angebot angenommen haben. „Ich bin sehr gerührt. Auch darüber, dass alle Helfer zugesagt haben, nächstes Jahr wieder dabei sein zu wollen“, sagt Albrecht nach gut zwei Stunden. Schon jetzt habe sie eine Liste für Verbesserungen. So soll etwa das Essen später starten, damit auch die schulpflichtigen Kinder der Bedürftigen mitkommen können.


Kultur Regional

„Widder mol än Pälzer Owend“

Dem Kannegieser Gerd ist was ganz Peinliches passiert. Nur gut, dass er am Mittwoch im Herrenhof so verständnisvolle Zuhörer hatte – die sich vor Lachen bogen. „Widder mol än Pälzer Owend“ lautete das Motto der 23. Benefizgala zugunsten des „Lichtblick“. Mit dabei waren auch das Hoffmann-Hammer-Trio und „Spitz & Stumpf“.

Von Gereon Hoffmann

 
Neustadt-Mussbach. Man kann schon sagen, dass hier Pfälzer Urgesteine auf der Bühne standen. 120 Jahre Bühnenerfahrung seien zusammengekommen, addierte Moderatorin Hedda Brockmeyer bei der Begrüßung. Alle Künstler des Abends verzichteten auf ihre Gagen zugunsten der Tagesbegegnungsstätte „Lichtblicks“, der Neustadter Einrichtung, die sich gegen Armut, soziale Kälte und Intoleranz einsetzt. Und wie schon bisher hatte auch dieses Mal die Fördergemeinschaft Herrenhof den Festsaal kostenfrei zur Verfügung gestellt. Und der war ausverkauft.

Hinter der Bühnenfigur
steckt ein ziemlich kluger KopfGerd Kannegieser „verzehlt“, wie es seine Art ist. Tatsächlich hat man gar nicht den Eindruck, dass da ein Künstler ein Bühnenprogramm spielt. Vielmehr hat man das Gefühl, der Kannegieser sei ein guter Kumpel, der uns gerade erzählt, was diese Woche so passiert ist. Hinter der Bühnenfigur steckt ein kluger Kopf. Mathematik, Germanistik und Philosophie hat der reale Gerd Kannegieser studiert und war Lehrer an einer staatlichen Schule, bis er kündigte, um an die Waldorfschule in Otterberg zu wechseln. Dort unterrichtet er Mathematik, manchmal Deutsch und spielt mit den Schülern Theater. Seine Berufung ist die Bühne, inzwischen macht er schon 30 Jahre Mundartkabarett. Beinah konnte er nicht zum Auftritt kommen, weil sich sein Intimpiercing im Duschvorhang verhakt hatte. Aber das war natürlich nur ein Witz, stellte er klar. Er habe gar keinen Duschvorhang.

Friedel Spitz, Experte für alles und jedes, und sein Freund, der Winzer Eugen „Aichään“ Stumpf sind ein umwerfend komisches Paar. 2020 Jahr werden es 25 Jahre, und dann wird eine Ära zu Ende gehen, denn mit „Hurtig im Abgang“ werden die beiden ihr letztes Programm spielen. An diesem Abend konnten die Zuschauer noch einmal erleben, wie die beiden die Pfalz und die Welt sehen. Stumpf ist ganz auf der Höhe der Zeit und muss zum Beichten nicht mehr in die Kirche. Das macht er jetzt online mit der App-Solution via Tablett. Das Programm hilft ihm auch bei seinen Bußgebeten, wahlweise mit verschiedenen Stimmen. Sehr gelungen waren dabei Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer. Die beiden dachten darüber nach, was für Leute in die Pfalz kommen. Die meisten kommen ja heutzutage aus Hochdeutsch-Land, aber Spitz erklärte, was die Römer uns gebracht haben, und die Franzosen. Und was bringt das Volk, das uns am meisten heimsucht – die Badenser? Vielleicht sollte man die echten Pfälzer in einer Art Reservat schützen und für Besuche Eintritt verlangen, überlegte Stumpf.

Erich Hoffmann plädiert
für den Gebrauch des DialektsDas Hoffmann-Hammer-Trio gibt es auch schon lange. Angefangen mit dem Musizieren haben die Geschwister Klaus Hammer und Inge Hoffmann (geborene Hammer) aus Neupotz schon als Kinder. Sie sangen Pfälzer Liedgut, und das ist auch heute noch so. Erich Hoffmann rezitiert dazu Gedichte. Darunter sind Werke bekannter Pfälzer, wie dem Bellemer Heiner, aber auch eigene Sachen. Hoffmann bekennt sich zur Pfälzer Mundart und plädiert für den Gebrauch unseres Dialekts. Und der Bellemer Heiner hat Recht, dass wir Pfälzer zwar keinen Imperfekt haben, aber trotzdem ziemlich deutlich sagen können, was wir meinen.

Inge und Klaus spielen Gitarre und singen, die Lieder sind teils traditionelles Liedgut, aber es gibt auch eigene Stücke. Ein Beispiel ist das Lied über den Rhein, das Klaus Hammer auf Bitte des Bürgermeisters von Neupotz geschrieben hat. Darin geht es um das Leben mit dem Rhein, Anlass war der Bau eines Polders. So mischen sich bei dem Trio heitere, ernste und beschauliche Lieder und Texte. Und ganz zum Schluss rockten „Spitz & Stumpf“ noch mal das Haus mit ihrem Hit „Duddesupp“. Die letzte Zugabe aber war das „Pfälzer Lied“ mit allen Künstlern. Weitere Veranstaltungen sind geplant, Unterstützung für die karitative Arbeit immer willkommen.

Noch Fragen?

Kontakt: Tagesbegegnung Lichtblick, Amalienstraße 3, in Neustadt (06321/355340; lichtblick_nw@t-online.de). Weitere Infos unter www.lichtblick-nw.de.

Quelle

Ausgabe

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 259

Datum

Freitag, den 8. November 2019

Seite

18

 


Kinderseite

Mit ausgemusterten Dingen anderen helfen

Nils Nager unterwegs: Gebrauchte Kleidung und ausgediente Möbel hält der Neustadter Verein Lichtblick für Bedürftige bereit

Von Brigitte Schmalenberg

 

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Bevor sich der Frühling in der Natur bemerkbar macht, fegt schon ein frischer Wind durch unseren Biberbau. Vor allem Mama Nagute und Papa Nagbert werden erstaunlich aktiv, durchforsten die Kleiderschränke nach Klamotten, die nicht mehr passen, die Garage und den Dachboden nach Gegenständen, die niemand mehr nutzt, und unsere Biberkinderbuden nach Spielzeug, für das wir zu alt geworden sind.

Dieses Mal war die Aufräumaktion besonders gründlich, denn Papa Nagbert hat damit eine ganz spezielle Idee verbunden. „Es ist doch schade, wenn die Dinge bei uns nur im Weg sind, von anderen Leuten aber dringend gebraucht werden“, erklärt er uns und weiht uns in seinen Plan ein: „Es gibt nämlich viele Menschen, die nicht so gemütlich wohnen wie wir und sich über den Schrank, die Matratze, den Radio, das Geschirr und die Töpfe, das Fahrrad und die warme Kleidung freuen“, zeigt er auf all die Gegenstände, die wir beim Stöbern zusammengetragen haben. „Kennst du denn jemanden, der genau das braucht?“, frage ich ein bisschen verwundert. „Na ja“, sagt Papa Nagbert, „für eine einzelne Person ist dieses Sammelsurium vielleicht nicht so sinnvoll. Aber in Neustadt gibt es eine soziale Einrichtung, die sich um viele Menschen in Not kümmert und gerne Spenden entgegennimmt. Sie hat den schönen Namen Lichtblick. Vergangene Woche habe ich zufällig ihren Leiter, Hans Eber-Huber getroffen, der mir von seiner Arbeit erzählt hat. Das hat mich so beeindruckt, dass ich ihm versprochen habe, auch einen Beitrag zu leisten. Und deshalb dürft ihr jetzt mitkommen, wenn wir unsere Sachen dort abgeben.“ „Warte mal“, rufe ich spontan und hole noch meine zu klein gewordenen Inlineskates unter meinem Bett hervor, denn darüber freut sich bestimmt ein anderes Kind.Dann sind wir auch schon auf dem Weg in die Amalienstraße 3 in Neustadt, wo die Tagesbegegnungsstätte Lichtblick ihren Hauptsitz hat. Das riesige Haus ist ziemlich verschachtelt gebaut. Der Eingang befindet sich unscheinbar in einem schmalen Gang. Dort treffen wir uns mit Hans Eber-Huber, der uns herzlich begrüßt. „Hmmm, hier duftet es aber gut!“, erschnüffelt Nessy gleich den Pfannkuchenduft mit ihrer Bibernase. „Ja, da wird schon das Mittagessen vorbereitet“, pflichtet ihr der Lichtblickchef bei und erklärt, dass hier jeden Tag viele alleinstehende Menschen ohne Einkommen satt werden. „Manche haben nicht mal eine eigene Wohnung. Die können dann dieses Haus als ihre persönliche Postadresse nutzen“, sagt der Sozialarbeiter. „Ach, deshalb stehen da so wahnsinnig viele Namen neben der Klingel“, geht mir ein Licht auf. „Verteilen wir an all diese Leute jetzt unsere Sachen?“, will Nals voller Tatendrang wissen. Aber da lernen wir, dass all die Spenden nicht einfach verteilt, sondern in verschiedenen Einrichtungen, die wie Geschäfte funktionieren, für einen Minipreis zum Verkauf angeboten werden. So können die Bedürftigen als Kunden selbst auswählen, was sie brauchen und was ihnen gefällt. „Kommt mit“, lädt uns Hans Eber-Huber ein und führt uns eine Treppe hinauf ins obere Stockwerk.

Hier ist die „Kleiderkammer“, wie wir sofort erkennen. Wir staunen über die vielen Zimmer mit den sorgfältig sortierten Waren. Mehrere Lichtblick-Mitarbeiter kümmern sich hier um die Kleiderspenden, verteilen sie in die Regale und bedienen die Kunden, die ihre neuen Lieblingsteile in einer Umkleidekabine probieren können. Auch unsere Kiste mit den warmen Wintermänteln und Decken nehmen sie dankbar entgegen. Der Schrank und die Matratze, die wir noch auf dem Hänger haben, werden im Möbellager im hintersten Teil des Lichtblick-Hauses ausgeladen. Sie kommen in die Ausstellungshalle, wo sich gerade einige Männer und eine Frau nach einem neuen Küchenschrank und Stühlen umschauen.

„Ich bin mir sicher, dass euere Sachen binnen einer Woche einen neuen Besitzer haben“, sagt der Mitarbeiter dankbar. „Wohin aber mit Oma Nagutes Geschirr und den Töpfen?“, überlegt Nessy, während sie den Blick über die Sofas und Schränke gleiten lässt. „Für Haushaltswaren haben wir letztes Jahr ein ganz eigenes Geschäft eingerichtet“, berichtet der Lichtblick-Leiter stolz. So marschieren wir 100 Meter die Straße entlang zu einem hübschen Laden mit großem, liebevoll dekoriertem Schaufenster. Hier findet man wirklich alles, was man braucht: Kaffeemaschinen und Toaster, Teller, Tassen und Gläser, Lampen, Blumenvasen und Kerzenständer, Tischdecken, Gemälde und auch ein paar Spielsachen. Sogar Mama Naglinde und Papa Nagbert staunen über die vielen schönen Sachen, die alle von ihren bisherigen Besitzern nicht mehr gebraucht werden. „Vieles kommt von Haushaltsauflösungen, wenn alte Menschen ins Seniorenheim ziehen oder sterben. Die Erben haben ja selbst voll bestückte Haushalte und sind froh, wenn wir die Dinge dann abholen und an Bedürftige vermitteln“, erklärt uns Herr Eber-Huber.

Manche „Erbstücke“, vor allem Fahrräder müssen allerdings auch wieder auf Vordermann gebracht werden. Dafür gibt es im Lichtblick ein Extra-Team. Wie in der Kleiderkammer, dem Möbellager und dem Hausratladen arbeiten auch für den Zweirad-Laden angestellte Sozialarbeiter, ehrenamtliche Helfer und die Bedürftigen selbst Hand in Hand, damit die wieder flott gemachten Drahtesel zu wertvollen Alltagsbegleitern für mittellose Menschen werden. Schon gewusst?!



Quelle

Ausgabe

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 22

Datum

Samstag, den 26. Januar 2019

Seite

31

 

 

 

Kinderseite

Schon gewusst?!

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Mehr als eine warme Mahlzeit

Manchmal fängt große Hilfe ganz klein an. Das war auch bei der Tagesbegegnungsstätte Lichtblick der Fall. Ihre Geburtsstunde war der eisige Winter 1990, in dem viele obdachlose Menschen erfroren sind. Deshalb haben sozial engagierte Bürger in einer Kirche in Neustadt eine Suppenküche eingerichtet und kostenlose Speisen ausgeteilt. Bald merkten die Helfer, dass ihre einsamen Gäste mehr brauchen als nur ein warmes Essen. So haben sie, unterstützt von der evangelischen Kirche, ein Haus als Begegnungsstätte eingerichtet und einen Förderverein mit dem passenden Namen Lichtblick gegründet. Seitdem wird das Angebot für Menschen, die durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Flucht in Armut leben, immer größer. Die Hilfsbedürftigen helfen im Lichtblick sogar selbst mit. Im Team mit Sozialarbeitern und Ehrenamtlichen organisieren sie eine Kleiderkammer, ein Möbellager, ein Hausratgeschäft und einen Zweirad-Laden und bieten ihre Dienste für Umzüge, Renovierungsarbeiten oder Wohnungsauflösungen an. ttg

Quelle

Ausgabe

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 22

Datum

Samstag, den 26. Januar 2019

Seite

31

 

Südwestdeutsche Zeitung

Evangelische Heimstiftung will Suchtberatungsstellen aufgeben

Grund: Finanzielles Defizit – Angebote an alle Mitarbeiter für andere Stellen

Speyer. Die Evangelische Heimstiftung Pfalz will Ende des Jahres 2020 die Trägerschaft für ihre drei Fachstellen Sucht in Frankenthal, Landau und Neustadt aus finanziellen Gründen aufgeben. Dies hat am Mittwoch Ralph Moog, Vorstand Kliniken und Finanzen, mitgeteilt.

„Wir bedauern sehr, uns aus der Suchtberatung zurückziehen zu müssen“, erklärt Moog für die Evangelische Heimstiftung, die ihren Sitz in Speyer hat. Seiner Auskunft nach kann das jährliche Defizit in Höhe von fast 400.000 Euro nicht mehr aufgefangen werden. Die Beratungsstellen noch länger weiterzuführen, könnte andere diakonische Aktivitäten beeinträchtigen, begründet Moog die Entscheidung.

Nichts ändern wird die Heimstiftung an der stationären Suchthilfe mit den Fachkliniken Landau und Pfälzerwald (Wilgartswiesen-Hermersbergerhof) sowie dem Rehabilitationszentrum am Donnersberg (Kirchheimbolanden). Allen 20 Mitarbeitern der Fachstellen Sucht sollen laut Moog andere Stellen bei der Heimstiftung angeboten werden. Sie wurden am Montag über die Schließungspläne informiert, ebenso die betroffenen Kommunen und die Landesregierung.

Ob ein Nachfolger für die Trägerschaft gefunden werden kann, soll bis Ende nächsten Jahres ausgelotet werden. Moog hofft, dass andere Angebote in der Region den Verlust kompensieren können. Die Suchtberatungsstellen in Frankenthal, Landau und Neustadt bieten ihre Hilfe weitgehend kostenlos an. Finanziert werden sie durch die Heimstiftung sowie Zuschüsse des Landes und der Kommunen. Die Heimstiftung hat die drei Beratungsstellen erst 2012 vom Diakonischen Werk Pfalz übernommen. Dies sollte die Diakonie finanziell entlasten. Versprochen hatte man sich Synergieeffekte zwischen ambulanter und stationärer Suchtarbeit.

Landespfarrer Albrecht Bähr von der Diakonie Pfalz bedauert die geplanten Schließungen, hält aber einen Eigenanteil der Träger an den Kosten für die ambulante Beratung von fast 50 Prozent für unangemessen. Schon im Frühjahr hatten bundesweit 14 Verbände Alarm geschlagen, um auf die chronische Finanznot aller Suchtberatungsstellen aufmerksam zu machen.


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